Das vergangene Rennen am Samstag, 15.01.2022, schwankte für uns zwischen größter Dramatik und absoluter Euphorie.
Wie geplant konnten wir mit den ADAC Simulatoren im FSZ in Laatzen fahren. Dabei bildeten Patrick Sommerhage und Manuel Drescher unser Team für die SP3T-Class.
Das freie Training wollten die beiden nutzen, um sich nochmals an die Strecke zu gewöhnen. Dann aber der Schock am Morgen! Beide Simulatoren meldeten einen Fehler in der Simulation bzw. im Server. Kurze Zeit später ereilte uns der Funkspruch der Rennleitung: „Allgemeine Serverprobleme beim ADAC. Es wird ein neuer Server aufgesetzt. Alle Teams müssen in den neuen Server wechseln“. Da dies nun einige Zeit in Anspruch nahm, entscheid die Rennleitung, das freie Training zu verkürzen. Somit blieben nur noch etwa 10 Minuten, die Patrick für sich hatte. Das folgende rund 20-minütige Qualifying absolvierte Manuel. Obwohl er im freien Training keine Runde drehen konnte und nun oft in den Verkehr geriert, platzierte er den Hyundai i30 N auf einem sehr guten 9ten Platz von 21 Fahrzeugen in dieser Klasse.
Am Start konnte Manuel schon in der ersten Kurve einen Platz gut machen. Allerdings waren wir drei Kurven später in einer Kabbelei von mehreren Autos involviert. Daraufhin letzte ein anderes Team gegen uns einen Protest ein und die Rennleitung entschied, dass wir eine Drive Through erhalten sollten. Da wir aber selbst von anderen Fahrzeugen angeschoben wurden, sehen wir diese Strafe mehr als kritisch. Während des ersten Stints litten wir zudem unter dem fahrerischen Können – oder besser gesagt des Nicht-Könnens – vom MSC Odenkirchen und den Fahrern aus Hammelburg. Beide verbremsten sich mehrfach und fuhren uns dadurch auf, weshalb wir von der Strecke gedrängt wurden und viel Zeit verloren. Kurz vor dem Fahrerwechsel absolvierte Manuel die oben angesprochene Strafe. Leider vielen wir natürlich ordentlich im Feld zurück. Doch Patrick gab alles und schloss wieder auf. Er kämpfte sich rund eine Stunde lang vor und machte sehr viel Zeit wieder gut. Als wir dann zum zweiten Boxenstopp ansetzten, hatten wir also eine gute Ausgangsposition. Für die Schlussphase des Rennens übernahm wieder Manuel. Er war voller Motivation sich die mühsam eingefahrene Qualiplatzierung wieder zu holen. Manuel startete eine unglaubliche Aufholjagt. Am Ende kämpfte er sich bis auf Platz 7 vor! Eine super Leistung von beiden Fahrern.
Am Nachmittag folgte dann die GT3. Schon einmal vor ab: hier folgt noch mehr Dramatik!
In der GT3-Class wollten Jannik Jakobs und Leon Stork mit dem Porsche 911 GT3 R 2016 angreifen. In der Vorwoche tüftelten die beiden mit einem Bekannten aus Schleswig-Holstein an einem Set-Up, das den Porsche wenigstens fahrbar machen sollte. Denn beim Saisonstart am Nürburgring zeigte sich, dass in dem Porsche ein kleines Biest steckt, dass den Rennboliden fast unmöglich machte zu Fahren. Im Training zeigte sich, dass die Arbeit nicht umsonst war. Jannik gab direkt das Feedback „SetUp ist gut! Auto mehr als fahrbar“. Die Erleichterung bei Leon und dem Kommandostand war natürlich groß. Endlich konnten die Jungs zeigen, was sie können. Als Leon kurz vor Ende des Trainings einstieg um das anschließende Qualifying zu absolvieren, folgte die größte Dramatik des Tages!
Leon wollte noch eine Runde vom freien Training nutzen, bremste für eine Kurve an und schoss plötzlich gerade aus. Da folgte auch schon das Fluchen und es wurde hektisch. Das Bremspedal des Simulators ist schon wieder kaputt gegangen. Bereits vor dem ersten Rennen im Dezember mussten wir zu Race2Fit wechseln, weil die Bremse im FSZ Laatzen kaputt war. Nun schon wieder und wir konnten nicht mehr nach Hannover wechseln. Direkt eilten die Kollegen vom MSC Polizei Braunschweig herbei. Gemeinsam reparierten wir die Bremse notdürftig mit Kabelbindern und Panzertape – die Alleskönner im Motorsport. Leider kostete dies natürlich viel Zeit, so blieben Leon nur noch eine Outlap und die Möglichkeit eine schnelle Runde zu absolvieren. Daher starteten wir leider von ganz hinten.
Leon übernahm den Start und wollte in der ersten Kurve direkt angreifen, leider kam es aber zu einer Kollision, die in einem Dreher endete. Er gab aber nicht auf und versuchte wieder an das Feld ranzufahren. Dies geling ihm auch mehr als gut. Er setzte zu den ersten Überholungen an und konnte bis auf Platz 15 vorfahren. Der Rest des Rennens blieb relativ ruhig. Immer mal wieder gab es vereinzelte Fights und die Jungs versuchten ihre Position zu halten. Das Gute: Die selbstgebaute Konstruktion der Bremse hielt, so konnten wir zumindest das Rennen mitfahren. Am Ende blieb dann leider doch nur Platz 19 für unser GT3-Team. Aber die Jungs werden wieder ein neues Set-Up basteln, welches sie dann schon in der nächsten Woche im Simulator testen, denn bereits am 05.02.2022 geht es zum dritten Lauf des ADAC Digital Cups nach Silverstone.